Freitag, 16. Dezember 2011

Weihnachtshektik von Annette Paul



Jakob freut sich auf Weihnachten, auf die Kekse und den Weihnachtsbaum, auf den Weihnachtsduft im Haus und natürlich am meisten auf seine Geschenke. Ob er wohl dieses Jahr die Eisenbahn bekommt? Er kann es kaum noch erwarten.
Jakob hilft Mama beim Keksbacken. Einen ganzen Nachmittag kneten sie Teig, stechen Kekse aus, schieben sie in den Backofen und anschließend verziert Jakob sie.
„Wie gut, dass du mir hilfst. Alleine würde ich es nie schaffen“, sagt Mama. Und Jakob ist ganz stolz darauf, so eine tüchtige Hilfe zu sein.
Am Abend sind alle Keksdosen voll.
In den nächsten Tagen basteln sie. Zuerst malt Jakob mit Fingerfarben auf das Fenster in der Essecke den Stall von Bethlehem und Maria und Josef. Dann malt er die Hirten mit ihren Schafen auf das Küchenfenster. Vor allem die Schafe sehen gut aus.
Später basteln sie Christbaumschmuck und Geschenke für Papa und Oma und Opa.
Dann hat Mama keine Zeit mehr für Jakob.
„Jakob, ich muss noch einiges bis Weihnachten erledigen. Ich muss noch einkaufen und saubermachen. Beschäftige dich selber“, sagt Mama.
Was soll Jakob machen? Er hat alle Geschenke gebastelt, sein Zimmer aufgeräumt und jetzt wartet er auf Weihnachten.
„Mal ein Bild“, sagt Mama.
„Habe ich schon“, antwortet Jakob.
„Auch für Frau Dreier?“, fragt Mama.
Frau Dreier ist Jakobs Erzieherin. Jakob mag sie. Sie ist immer fröhlich und lacht viel. Also malt Jakob ihr ein Bild. Danach langweilt er sich wieder. Zum Glück kommt Verena. Und sie spielen den ganzen Nachmittag zusammen.
Am anderen Morgen holt Verenas Mama Jakob ab. Mama und Verenas Mama bringen Jakob und Verena abwechselnd in den Kindergarten.
„Los, Verena wartet schon, beeil dich“, drängelt Mama. Sie zieht Jakob die Jacke an, stopft seine Füße in die Stiefel und bindet die Schnürsenkel. Sonst macht Jakob es alleine. Er ist doch schon groß und kann sich selbst anziehen. Aber Mama ist heute ungeduldig.
„Mama, wir haben Bratäpfel gegessen“, sagt Jakob, als er wieder daheim ist. Mama steht in der Küche und kocht. Dabei läuft sie ständig hin und her und räumt den Geschirrspüler leer.
„Mama, können wir auch mal Bratäpfel machen?“, fragt Jakob.
Mama antwortet nicht. Sie hört gar nicht richtig zu.
„Mama“, ruft Jakob laut.
„Jetzt nicht“, sagt Mama.
Jakob läuft beleidigt in sein Zimmer. Dort wirft er die Tür zu. Sonst hört Mama ihm immer zu. Aber heute ....
So geht es auch die nächsten Tage. Mama hat keine Zeit für Jakob.
Am Heiligen Abend ist es besonders schlimm. Mama tobt und hetzt und treibt Jakob zur Eile an. Später sitzt Jakob in seinem Zimmer und langweilt sich. In das Wohnzimmer darf er nicht mehr. Mama und Papa streiten sich. Jakob hört es ganz deutlich. Er ist traurig. Jakob setzt sich mit seinem Teddy auf das Bett.
Da öffnet sich die Tür, und Papa kommt herein. Er trägt den Fernseher und stellt ihn auf Jakobs Tisch.
„Damit du dich nicht so langweilst“, sagt er und grinst. „Ich habe mich früher auch immer vor der Bescherung gelangweilt und konnte es vor Aufregung gar nicht mehr aushalten.“
Dann stellt er den Fernseher an.
Jetzt langweilt sich Jakob nicht mehr. Trotzdem schaut er immer auf, wenn er im Flur Geräusche hört.
Endlich ist es soweit. Mama kommt in sein Zimmer und legt seine guten Sachen heraus.
„Zieh dich bitte um und beeile dich, sonst müssen wir ganz hinten sitzen“, sagt sie und läuft wieder hinaus. Mama trägt noch ihre Jeans. Sie muss sich auch umziehen. Zum Schluss kämmt Mama Jakob noch. Endlich sind sie fertig. Hand in Hand laufen sie zur Kirche. Jakob geht zwischen Mama und Papa. Jetzt können Mama und Papa auch wieder lachen. Als sie in der Kirche ganz vorne sitzen, schmiegt sich Jakob an Mama. Sie riecht ganz toll. Gespannt beobachtet Jakob das Krippenspiel. Er ist froh. Jetzt ist wirklich Weihnachten.

Veröffentlicht in "Wünsch dich ins Wunder-Weihnachtsland, Band 3" Papierfresserchens MTM-Verlag