Samstag, 24. Dezember 2011

Friede, Freude, Lebkuchen von Annette Paul


Heiligabend kochte sie für die Feiertage vor und schmückte zusammen mit Klaus den Baum. Die Kinder hatten sie vor dem Fernseher geparkt, damit sie ungestört arbeiten konnten. Endlich war alles erledigt. Die Wohnung glänzte, der Braten war fertig, der Baum geschmückt und die Kinder festlich angezogen. Wie üblich raste die Familie im Sturmschritte los, um noch Sitzplätze für das Krippenspiel in der Kirche zu finden.
Die Großeltern hatten dankend abgelehnt, mit in den Kindergottesdienst zu kommen. „Da ist es immer so laut, ich gehe lieber später in die Kirche“, sagte Oma ganz offen.
„Für Weihnachten mit den Kindern verzichten wir doch gern auf den Gottesdienst“, versuchte Opa diplomatisch zu beruhigen.
In der warmen Kirche konnte Ute erstmals seit Wochen entspannen und zur Ruhe kommen.
Als sie zum dritten Mal gebannt auf ihre Uhr schaute, meinte Klaus gereizt: „Sei doch nicht so nervös. Wir haben genug Zeit bis die Eltern kommen."
„Ich habe Wehen", zischte Ute.
„Nein", wehrte Klaus ab.
„Doch", stellte Ute richtig.
„Müssen wir los?" fragte Klaus besorgt.
„Noch nicht. Ich hoffe, die legen sich wieder", beruhigte Ute.
Zu Hause setzten sie sich in das Kinderzimmer und lasen Weihnachtsgeschichten vor. Zum Glück ließen die Wehen wieder nach.
„Wann ist Bescherung?", wollte Patrick wissen.
„Bald, wenn Oma und Opa da sind", antwortete Ute.
„Und wann kommen die?", fragte Florian weiter.
„Jeden Augenblick", beruhigte Klaus und schaute Ute an.
„Das hast du schon ´mal gesagt", maulte Patrick. Er konnte nicht mehr still sitzen, sondern sprang auf und hüpfte im Zimmer herum.
„Die müssten schon längst da sein. Vielleicht ist der Wagen bei der Kälte nicht angesprungen", tröstete Ute.